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COMMON FUTURE TURM

Steckbrief der Aktion „Common-Future-Turm“ 

Was? Hintergrund ist das Gedenken an die Anschläge vom 11. September 2001. Der 4 Meter hohe Common-Future-Turm soll Hoffnung schenken. Er ist eine gemeinsame Aktion der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) und der Senatsverwaltung für Inneres und Sport von Berlin, hier mit dem Projekt JUGA.

Wann? Zeitraum ab 18. August 2011

Teilnehmer/innen? JUGAs und über 50 Berliner Kinder und Jugendliche

Wer noch? Silke Hinder vom Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte, Aliyeh Yegane von Life e.V. und Chalid Durmosch von der Lichtjugend, der Sänger Robert Lee Fardoe

Was wurde gemacht? Am 18. August haben Kinder und Jugendliche im Jugendzentrum HofKinder & Co ihre Hoffnungen, Wünsche, aber auch ihre Trauer zum 11. September auf Kartons in Worten und Bildern geschrieben und gemalt. Aus diesen bunten Kartons wurde am 20. August im Berliner ULAP-Park (in Tiergarten, Nähe Hauptbahnhof) mit Hilfe eines Baugerüsts ein 4 Meter hoher Common-Future-Turm aufgebaut, der ein sichtbares Zeichen setzt für Frieden und eine tolerante Gesellschaft und der zum Nachdenken anregt.

Bericht zur Aktion:

Bei strahlendem Sonnenschein erlebten die Jugendlichen der Projektgruppe JUGA, ihre Familien, Freunde und viele Gäste aus nah und fern im ULAP-Park unweit des Berliner Hauptbahnhofs einen wunderschönen Turmbautag. Der damalige Senator für Inneres und Sport von Berlin, Ehrhart Körting, begrüßte alle Teilnehmenden und beschrieb die Turmbauaktion als einen großen Beitrag für ein besseres Miteinander der verschiedenen Religionen in Berlin. Im Rahmen der Turmbauaktion wurden auch Gebete der christlichen, muslimischen, jüdischen und Bahá’í-Jugendlichen gehalten. In Erinnerung an die friedliche Revolution für Demokratie und Freiheit in Ägypten bildeten dann die Gläubigen der jeweils anderen Religionen eine Menschenkette um die Betenden. Damit wollten die Jugendlichen zeigen, dass sie füreinander einstehen. Zum Schluss wurde auch der Turm symbolisch durch eine interreligiöse Menschenkette umringt, als Zeichen für ein gemeinsame friedvolle Zukunft in gegenseitigem Respekt und Schutz. Auch Senator Körting nahm am Gebet Teil und stand zusammen mit anderen Christen in der Mitte. Kevin Jessa, ein evangelischer Christ, sagte im Anschluss der Co-Gebete: „Es ist ein unbeschreiblich wohliges Gefühl im Schutz von Muslimen, Juden und Bahá’í zu beten. Ein schönes Zeichen dafür, dass wir füreinander einstehen.“

Einen schrecklichen Tag wie 9/11 möchte niemand wieder erleben, darin waren sich alle Teilnehmenden der Aktion einig. Dazu sagt der katholische Christ Christian M. Seel: „Wir leben in einer zusammenwachsenden Welt, in der es immer wichtiger wird, jedem Einzelnen mit Respekt und Verständnis gegenüberzutreten. Auch wenn Viele dafür noch nicht bereit sind, wollen wir auch weiterhin den Berlinerinnen und Berlinern zeigen, dass interreligiöses Zusammenleben durch die Hilfe und Bereitschaft aller möglich ist.“ Der damalige Bundespräsident Christian Wulf hatte in seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit 2010 gesagt, dass der Islam zu Deutschland gehöre. „Doch das muss jetzt noch in dem Herzen aller Menschen ankommen. In Berlin haben die JUGAs ihr Herz geöffnet – in der Hoffnung, dass weitere folgen“, so der Katholik Seel.

Die Aktion „Common-Future-Turm“ wäre kaum möglich gewesen ohne die tatkräftige Unterstützung der Moderatoren Silke Hinder vom Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte, Aliyeh Yegane von Life e.V. und Chalid Durmosch von der Lichtjugend.

Standorte des Common-Future-Turms:

ULAP-Park, Berlin (18. August 2011)

Erstmaliger Aufbau des Turms im Universums-Landes-Ausstellungs-Park (ULAP-Park) in Berlin-Moabit und Dreh des Videos „Sweet Coexistence“, für den Song des walisischen Wahlberliners Robert Lee Fardoe über das friedliche Zusammenleben aller Menschen. Der Song wurde eigens für die Gedenkveranstaltung zum 10. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September geschrieben und produziert.

Jüdisches Museum Berlin-Kreuzberg (21. August bis 12. September 2011)

Vom 21. August bis zum 12. September präsentierte das Jüdische Museum in den Turm seinen Besuchern. Auf diese Weise erreichten die Gedanken und Gefühle der Kinder und Jugendlichen eine noch breitere Öffentlichkeit. Das Jüdische Museum Berlin setzt schon lange einen Schwerpunkt auf interkulturelle Bildungsarbeit und ist Partner der JUGA-Initiative.

Gesundbrunnen-Center, Berlin-Wedding (14. September bis 27. September 2011)

Der Common Future-Turm konnte für weitere zwei Wochen im Gesundbrunnen-Center in Wedding (U- und S-Bhf Gesundbrunnen) besichtigt werden. Dabei haben sich wir uns bewusst für diesen vielleicht etwas ungewöhnlichen Ort entschieden. RAA-Projektleiterin Asia Afaneh-Zureike„Zum einen können wir hier im Einkaufszentrum sehr viele Menschen erreichen und außerdem passt doch dieser Stadtteil einfach klasse zu der Aktion. Hier leben Menschen so vieler Kulturen und Religionen in Nachbarschaft, was bestimmt nicht immer ganz leicht ist. Diesen Menschen soll der Turm Mut fürs Zusammenleben schenken.“